Gletscherabend – Film und Vortrag
Während im brasilianischen Belèm die UN-Klimakonferenz 2025 tagte, fand am 14. November im Literaturcafé ein Abend über das Leben und Sterben der Gletscher statt. Es sollte jedoch ein Abend über den Gesang und die Schönheit der alpinen Eisgefilde werden und darüber, was wir einmal vermissen werden, wenn sie nicht mehr sind. Zuerst wurde der Kurzfilm „Crying Glacier“ gezeigt. Darin versucht der Soundkünstler Ludwig Berger, die Klänge des schmelzenden Schweizer Morteratsch Gletschers einzufangen. Die Töne aus dem Inneren und den Spalten des Gletschers sind unerwartet vielfältig und lassen an ein geheimnisvolles Wesen denken, das im und unter dem Eis säuselt, schluchzt, schmatzt, geräuschvoll träumt.
Im Anschluss an den Film erzählte die Geologin Miriam Dühnforth aus wissenschaftlicher Sicht über Gletscher. Sie machte zunächst den Unterschied zwischen Schneefeldern und Gletschern deutlich – die einen sind eine Ansammlung von Eis und Schnee, die anderen in ständiger Bewegung durch unter dem Eis und Schnee verlaufende Wasserflüsse. Ein lebendiger und intakter Gletscher gibt demnach ständig Töne von sich, nicht nur weil und wenn er stirbt. Erst dadurch, dass die Eisschichten sich nicht mehr erneuern im Wechsel der Jahreszeiten und das Abschmelzen überhandnimmt, gerät der Gletscher in Gefahr.
Leon Preller, Film Editor und Art Director bei der Filmproduktionsfirma El Flamingo, die für den Kurzfilm verantwortlich zeichnet, war ebenfalls anwesend. Fragen an den Filmemacher und die Geologin beendeten den schönen und informativen Abend, aus dem die Besucherinnen und Besucher klüger hinaus als hinein gingen.
