Fest der Poesie
Poetische Nahrung
Am 21. Juni 2026 fand im Literaturgarten beim Waschhäusl das erste Fest der Poesie in Pöcking statt. Einen ganzen Nachmittag lang bis in den Abend drehte sich im Schatten der Bäume und Sonnenschirme alles um die Poesie der Worte, der Vielfalt der Stimmen, der Musik. Das Service-Team vom Literaturcafé versorgte das zahlreich gekommene Publikum mit kühlen Getränken, Kaffee und der kulinarischen Poesie selbstgebackener Kuchen und herzhafter Snacks.
Das Programm begann mit der aus Rumänien stammenden, mehrfach ausgezeichnete Lyrikerin Kristiane Kondrat. Sie las Gedichte aus ihrem Buch „Wer tanzt im Niemandsland“ und öffnete damit die Ohren der Zuhörenden. Die Autorin und Übersetzerin Silke Kleemann stellte anschließend zwei von ihr übersetzte argentinische Poetinnen vor, Teresa Arijón und Bárbara Belloc. Beide waren im vergangenen Jahr Stipendiatinnen der Villa Waldberta in Feldafing. Wie viel sprachliches Feingefühl erforderlich ist, um Lyrik zu übersetzen, konnte gut erspürt und gehört werden.
Nach kurzer Pause lasen die Münchner Autorin Katharina Wulkow, der in Wiesbaden geborene und bei München lebende Marc Richter und Annika Liebert, die Jüngste aus dem Dachauer Land, wunderbare Poetry- und Prosatexte. Ernst und humorvoll, berührend und nuanciert. Gerade die Unterschiedlichkeit der Texte und Vortragenden ließ aufhorchen und immer wieder neue Sprachbilder, Gedanken, Assoziationen aufblitzen.
Für die musikalische Auflockerung zwischen den Lesungen sorgte die Sängerin und Spezialistin für good vibes Anna Jukebox mit ihrer Ukulele. Annas selbstgeschriebene Songs erweiterten das Spektrum um eine heitere Tonlage, passend zum Sommertag und der entspannt fröhlichen Stimmung im Garten.
Weiter ging es mit dem Singer-Songwriter Raffael Luto aus Freising an der Gitarre. Er spannte mit lyrisch-feinen Songtexten und Liedern den Bogen zwischen Wort und Musik, Nachmittag und Abend. – Augen schließen, die friedliche Atmosphäre genießen, das Zusammensein, die Gespräche zwischen den Lesungen, das schöne Fest.
Zum Ausklang stand die Bühne denjenigen offen, die sich aus dem Kreis der Mitglieder und Freund:innen des Waschhäusl-Vereins zur Teilnahme an der „Offenen Bühne“ gemeldet hatten. Britta Sauer las Lieblingsgedichte vor, Ulrike Behrmann von Zerboni eigene Prosa, Norbert Deuschle überraschte mit selbstvertonten Gedichten, Juliane Reister las von Bäumen und Gärten und mit Nishanka Fuchshubers leisen Gedichten von der Wüste klang das Fest der Poesie aus. Dann setzte der Regen ein.
Ich bin ein kleines Atom
in der Unendlichkeit des Seins
Sitze auf Quadrillionen von Sandkörnern
und versuche die Schönheit und Vielfalt
der Dünen zu begreifen.
Unmöglich
Zu groß und einmalig ist
was ich sehe.
(Nishanka Fuchshuber)

Plakatmotiv und Gestaltung: Hubertus von Skal